„Bauen sie Muskeln mit dem Longierprogramm Equikinetic auf!“

Equikinetic heißt die neue Trainingsmethode von Michael Geitner Erfinder der Dualaktivierung. „Equikinetic bedeutet, das Pferd unter Spannung (Innenstellung) bei gleichbleibendem Temp (Takt) mithilfe der Quadratvolte mit einem Außendurchmesser von acht Metern, die aus blau-gelbem Gassen gelegt wird, zu longieren“, erklärt Tina Meier, seit 2010 zertifizierte Trainerin für die Dualaktivierung und seit Februar Equikinetic-Trainerin. „Blau-gelb deshalb, weil diese zwei Farben vom Pferd am besten wahrgenommen werden.“ Bei der Equikinetic wird die Muskulatur unter Spannung trainiert. „Durch das Longieren in Stellung in Intervallen wird das Pferd auf beiden Seiten gleichermaßen durchgearbeitet. So kann gleichmäßiger Muskelaufbau stattfinden.“

Gleichmäßiger Muskelaufbau

Geitner entwickelte einen Trainingsplan, welcher sich fest an einem Zeitsystem orientiert und sich in zwölf Stufen einteilen lässt. Während die so genannte Arbeitsphase, also das Longieren in Stellung in der ersten Stufe pro Woche eine Minute beträgt und die Pausenzeit, also das entspannte Gehen ohne Stellung an loser Longe, bei 45 Sekunden liegt, werden mit wöchentlichem Fortschritt des Trainings die Stufen der Arbeitsphasen verlängert und die Pausenzeiten verkürzt. „Der Wchsel von Anspannung und Entspannung werden bei der Equikinetic markiert durch einen Piepton. Dafür benötigt man einen programmierbaren Piepser/Timer, den man zum Beispiel am Handgelenk befestigt oder auch eine Handy-App. Die Zeit-Intervalle werden strikt eingehalten, egal, wie das Training bis dahin lief. Das Piepsen leitet stets den Wechsel zwischen Arbeit und Pause und umgekehrt.“
Somit hat der Timer eine koniditionierende Wirkung. Schon nach kurzer Zeit lernt das Pferd, dass Pausen- und Arbeitsphasen sich in überschaubaren Intervallen abwechseln. Dabei werde die Pausenphase, also die Entspannung vom Pferd als deutliches Log wahrgenommen.
Sie rät „im Optimalfall, also als echtes Muskelaufbauprogramm, sollte die Equikiinetic drei Mal wöchentlich zum Einsatz kommen. Nutzt man sie als simple Abwechselung oder Ergänzung zum normalen Training gilt das Motto: Ein Mal ist besser als kein Mal. Positiv zu bewerten sei, dass bei strikter Durchführung des 12-Stufen Programms keine Rolle spiele, ob das Pferd im Schritt oder Trab trainiert werde. „Eine achtwöchige Studie, die Geitner im Zuge der Entwicklung des Programms mit mehreren Pferden durchführen ließ, zeigte, dass der Muskelaufbau der gleiche ist – unabhängig von der Gangart.“ Eine entscheidende Rolle spielt vielmehr die Faustregel: Takt vor Tempo. „Lieber das Pferd im schönen Takt im Schritt bewegen, als es hektisch und mit Taktverlust im Trab durch die Quadratvolte zu schicken.“

Takt vor Tempo

Bei der Equikinetic kamen dank Innenstellung und Biegung viele Muskeln und Muskelketten zum Einsatz. „Eine wichtige Regel für den Muskelaufbau lautet allerdings: Muskeln wachsen nicht während der Belastung, sondern danach, in der Entspannungsphase. Deshalb ist es absolut notwendig, dem Pferd an dem Tag nach dem Equikinetic Training eine eintägige Pause zu gönnen. Spaziergänge, Schrittausritte, Weidegang oder auch ein paar spielerische Zirkuslektionen sind erlaubt, mehr jedoch nicht.“
Einsteigertipps zum Longiertraining findet Interessierte bei Facebook in der Gruppe „Equkinetic by Michael Geitner“. Zur Equitana 2015 wird außerdem ein Equikinetic Buch erscheinen. Bei der Weltmesse des Pferdesports wird es auch entsprechende Live-Demonstrationen mit Tina Meier und Michael Geitner geben.

Erschienen in ReitZeit 4/2014